Ernährung und AD(H)S

Unserer Ansicht nach kann Ernährung beziehungsweise eine Ernährungsumstellung die Symptome der Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit oder ohne Hyperaktivität durch zwei verschiedene, aber doch nicht völlig unabhängige Aspekte positiv beeinflussen, nämlich:

  1. Ernährungsverhalten als Möglichkeit für betroffene Personen, das eigene Handeln planvoll zu gestalten und sich selbst dadurch Struktur und Ordnung zu geben
  2. Das Zusichnehmen bestimmer Lebensmittel(-bestandteile) beziehungsweise Nährstoffe, die für Linderung der Symptome der AD(H)S sorgen können (aber auch das Meiden bestimmer Lebensmittel(-bestandteile), welche die AD(H)S-Symptomatik verschlimmern können)

Bei unseren Ernährungsaktionen versuchen die Studenten des Fachbereichs Oecotrophologie beide Aspekte zu berücksichtigen.

Um dem Struktur und Ordnung gebendem Aspekt Rechnung zu tragen, sind unsere Ernährungsaktionen im Voraus bis in kleinste Detail geplant. Die Kinder werden in Gruppen eingeteilt, die sich anschließend an vorher aufgebauten Stationen einer ganz bestimmten Aufgabe widmen, wie z.B. dem Schneiden von Kräutern oder dem Austechen von Plätzchen – und wenn das abgesprochene Signal ertönt, wechseln die Gruppen ihre Aufgaben und jedes Kind muss sich erneut auf eine andere Tätigkeit konzentrieren. Das Bestreuen von Plätzchen mit gehackten Walnüssen wird hier zum anspruchsvollen Test, wenn sich die Kinder zunächst ein Plätzchen aussuchen müssen und, nach dem Griff in Schale mit den Walnuss-Stückchen, auch genau das gerade eben ausgewählte Plätzchen bestreuen müssen – und nicht das Plätzchen darüber oder darunter!
Auf diese Art und Weise lernen die Kinder nicht nur in unseren Sportstunden sondern auch bei den Ernährungsaktionen planvolles Handeln umzusetzen, bei dem gar kein Platz ist für Tagträumerei. Denn beim Arbeiten mit (elektrischen) Küchengeräten und scharfen Messern kann und darf man sich nicht ablenken lassen sondern muss immer bei der Sache bleiben.

Auch die Zusichnahme bestimmter Lebensmittel(-bestandteile) beziehungsweise Nährstoffe, welche die Symptome der AD(H)S lindern können, versuchen wir bei unseren Ernährungsaktionen miteinzubeziehen, wobei wir unsere Vorgehensweise diesbezüglich nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen ausrichten.
Deshalb kochen wir nicht einfach irgendetwas, sondern Gerichte, die anerkannten Ernährungsempfehlungen für Kindern entsprechen wie beispielsweise „Frankfurter Grüne Soße mit Kartoffeln“. Noch spezieller wird es, wenn wir die magnesiumreichen Cashewkerne in unseren Obstsalat mischen oder unsere Plätzchen mit geschroteten Leinsamen verzieren, die besonders reich an den sogenannten Omega-3 Fettsäuren sind. Denn sowohl der Mineralstoff Magnesium als auch die erwähnten Omega-3 Fettsäuren sind Nährstoffe, die auf die AD(H)S-Symptomatik lindernd wirken können.
Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, dann lesen Sie doch mal folgenden von uns veröffentlichten Artikel: Magnesiummangel als potentielle Ursache kindlicher AD(H)S.

In der Kategorie Wissenschaftliche Beiträge – Ernährung und AD(H)S werden wir darüber hinaus in unregelmäßigen Abständen weitere fundierte Beiträge zum Thema “Ernährung und AD(H)S” veröffentlichen.